AYLÚA - VEREIN ZUR FÖRDERUNG INTERKULTURELLER
PROJEKTE
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Bereits im Mai 1996 wurde bei der ersten
Mitgliederversammlung beschlossen,
dass der Verein Aylúa ein deutsch-türkisches
Strassentheaterprojekt ins Leben
rufen wollte. Das Medium Strassentheater schien den Mitgliedern
als besonders geeignet, da hiermit ein äusserst breites
Publikum angesprochen werden konnte. (Keine Eintrittsgelder,
viele „zufällige“ Zuschauer). Ziel dieses
Stückes war die Präsentation authentischer türkischer
Kultur in Deutschland, um allgemein vorherrschenden Vorurteilen
etwas Positives entgegensetzen zu können, und um
auch vor Ort eine Diskussion anzuregen. Im
Juli 1996 wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die aus
folgenden Mitgliedern bestand:
1. Cem Türkantos
2. M.Gündüz Bezen
3. Gerrit Schüler
4. Annette Meisl
Bis Ende 1996 sammelte die Gruppe Material über
türkische Kultur, führte Gespräche mit
türkischen und deutschen Künstlern und Kulturinteressierten.
Im Oktober 1996 fand sich ein Team von jungen türkischen
Schauspielern,
die Interesse hatten, die Ideen von Aylúa umzusetzen
und ein Theaterstück einzustudieren. Aylúa
sollte in beratender Weise und durch die Vermittlung
von Informationen und freiwilligen Helfern zur Verfügung
stellen. |
Am 30.Mai 1997 hatte das Stück (SANDIMAY) Premiere in
Brühl und wurde danach in folgenden Städten aufgeführt:
Ibbenbühren
Wanne
Iserlohn
Warendorf
Siegburg
Ahlen
Hannover
Oldenburg
Herne
Dülmen
Ludwigslust
Dortmund
Herten
Paderborn
Herford
Detmold
Mitglieder von AYLUA e.V. waren bei allen Vorführungen
anwesend, kümmerten
sich um die Durchführung vor Ort und informierten interessierte
Zuschauer
über die Hintergründe des Stückes.
Bei der Mitgliederversammlung im November 1997 waren alle
Mitglieder vom Erfolg des Projektes so begeistert, daß
angeregt wurde, eine ähnliche Arbeit, diesmal mit afrikanischen
Künstlern für das Jahr 1998 in Angriff zu nehmen.
1998
Nach das erste Projekt des Vereins Aylúa e.V. - ein
deutsch-türkisches Strassentheaterprojekt über die
Seidenstrasse als Verbindungsweg zwischen Ost und West - in
den Jahren 1996 und 97 erfolgreich inszeniert und aufgeführt
wurde, beschloss die Mitglieder im Herbst 1997, das Projekt
noch ein weiteres Jahr zu verlängern. Die ursprünglichen
Schauspieler aus Istanbul konnten jedoch nicht weiterarbeiten,
da sie ihre Studiengänge beenden mussten.
Dies war nun eine neue Herausforderung: die Schauspielergruppe
musste neu besetzt werden.
Im November 1998 wurde eine neue Arbeitsgruppe gebildet, die
aus folgenden Mitgliedern bestand:
1. Cem Türkantos
2. M.Gündüz Bezen
3. Annette Meisl
Die Gruppe nahm Kontakt zum Essener Verein ArtNet auf und
schlug eine Zusammenarbeit vor, die von den Essenern begeistert
angenommen wurde. Die beiden Partnervereine beschlossen, diesmal
mit in Deutschland lebenden jungen Türken zu arbeiten,
was einen neuen Aspekt in die Arbeit brachte:
- wie sehen in Deutschland geborene und/oder aufgewachsene
Türken die Kultur ihres
Herkunftslandes?
Mit grosser Begeisterung studierten die jungen Menschen das
Stück unter Regie der spanischen Strassentheatergruppe
ARTRISTRAS ein. Die Premiere fand am 04.04.98 auf dem Int.
Theaterfestival in Bogota statt (dem grössten Theaterfestival
der Welt). Die Gruppe spielte open-air in Stadtvierteln mit
schwacher sozialer Struktur und sorgte für begeisterte
Zuschauer.
Die Gruppe absolvierte insgesamt folgende Auftritte
03.04.98 D-Essen, Generalprobe
04.-12.04.98 Bogotá / Kolumbien , Festival Int. de
Teatro de Bogotá
Juli D-Moers, Conedy-Festival
August NL-Limburg / Niederlande, 10 verschiedene Provinzstädte
D-Aachen
August B-Dommelhof, Strassentheaterfestival
Die Aufgabe von Aylúa e.V. bei der gesamten Produktion
war:
Beratung
Vermittlung von Informationen
Zurverfügungstellung von freiwilligen Helfern
Mitglieder von AYLUA e.V. waren bei allen Vorführungen
anwesend, kümmerten sich um die Durchführung vor
Ort und informierten interessierte Zuschauer über die
Hintergründe des Stückes.
Bei der Mitgliederversammlung im November 1997 bereits waren
alle Mitglieder vom Erfolg des Projektes in den ersten beiden
Jahren so begeistert, daß damals angeregt wurde, eine
ähnliche Arbeit, diesmal mit afrikanischen Künstlern
für das Jahr 1998 in Angriff zu nehmen. Dies geschah
parallel zur Arbeit mit dem türkischen Projekt.
Mitglieder von Aylúa e.V. kümmerten sich um die
in Deutschland lebende togolesische Musik- und Tanzgruppe
AMLIMA, halfen Ihnen, kleine Auftrittsorte in Köln zu
finden, um Ihnen Möglichkeiten zum Training zu geben
und regten für das Jahr 1999 die Produktion eines Kindertheaterstückes
im türkischen Arkadas-Theater an.
1999
Die ersten Proben fanden vom 4.-7.April 1999 unter Regie
der spanischen Bühnenbildnerin Lola Coll und des spanischen
Regisseur Quique Alcántara statt, die gewonnen werden
konnten, ohne Honorar dieses interkulturelle Projekt durchzuführen.
Das Arkadastheater e.V. unterstütze die Produktion, indem
es seine Räumlichkeiten, Technik und Know-How kostenfrei
zur Verfügung stellte.
Vom 7. April - 23.April probte die Gruppe ohne den Regisseur
weiter, Mitglieder von Aylúa e.V. waren bei den Proben
anwesend und halfen bei technischen Fragen und bei der Korrepetition.
Vom 23. - 27.April 99 fanden die Endproben statt, auch wieder
unter Regie der spanischen Profis und am 28.April hatte die
Produktion Premiere. Schulklassen aus vielen Kölner Schulen
hatten nun die Gelegenheit bei über 6 Aufführungen,
den Abenteuern des "Baobab"-Baums in seinem afrikanischen
Heimatdorf zu lauschen und den Dorfbewohnern bei ihren Tänzen
und Gesängen zuzusehen.
Im Laufe des Jahres folgten noch eine ganze Reihe Auftritte,
sowohl im Arkadas-Theater in Köln, als auch in verschiedenen
anderen Städten.
2000
Ende 1999 waren die Aylúa Mitglieder Annette Meisl
und Cem Türkantos auf Kuba und besuchten dort verschiedene
Kulturzentren in Santiago. Cem Türkantos, der als Fotograf
über über ausführliches Material zum Thema
"Kubanische Musik" verfügt, wollte seine Sammlung
erweitern und einige der Exponate dem Verein Aylúa
zur Verfügung stellen. Die Idee entstand, irgendwann
eine Fotoausstellung einem der Kulturzentren in Santiago zu
schenken.
Die beiden lernten in Santiago den kubanischen Trouvadour
und Sänger Felix Dima kennen und versprachen ihm, ihn
bei seinem Wunsch zu unterstützen, im Zuge eines Kulturaustausches
auch einige Konzerte in Deutschland zu geben.
Aylúa kümmerte sich in Deutschland um die Kontaktaufnahme
und koordinierte in Absprache mit der Künstleragentur
La Gala einige Auftritte in Kulturzentren und bei befreundeten
Vereinen.
Am 27.Mai 2000 traf Felix Dima in Deutschland ein.
Aylúa stellte Kontakt zu einem kleinen Label namens
"Endirectocom" in München her, das bereit war,
den Künstler unterzubringen und mit verschiedenen anderen,
in Deutschland lebenden Künstlern ein Programm einzustudieren,
um es anschliessend aufzunehmen.
Aylúa hatte hier jeweils die Rolle des Beraters und
Vermittlers inne.
Im Gegenzug erhielt Aylúa 100 CDs des Künstlers,
die an die Mitglieder und freien Helfer als Anerkennung für
ihre ehrenamtliche Arbeit verschenkt wurden.
Aylúa e.V. gelang es ausserdem, kleine Konzert-Auftritte
in verschiedenen deutschen Städten zu organisieren. Schwerpunkt
dieser Veranstaltung war es, die Kultur Kubas - vor allem
die Musik des Ostens mit ihren starken auch afrikanischen
Einflüssen - einem breiteren Publikum darzustellen. Im
Anschluss an die Konzerte standen Mitglieder für Auskünfte
interessierter Zuschauer zur Verfügung.
2001
Die Unterstützung der Tournee des kubanischen Trouvadours
Felix Dima 2000 war zur Zufriedenheit aller verlaufen, so
beschloss die Arbeitsgruppe, auch im Jahr 2001 die Künstler
wieder zu betreuen. Die Arbeit bestand in der Hilfestellung
zur Erlangung der Visas auf Kuba unter Kooperation mit Freunden,
die wir aus der ersten Reise im Jahr 1999 kennengelernt hatten.
Im Jahr 2001 war es nur möglich Felix Dima alleine einzuladen,
seine Musiker konnten nicht mitkommen. Aylua kümmerte
sich nun um die Betreuung des Sängers in Deutschland,
suchte Kontakte zu lateinamerikanischen Künstlern in
Köln und kümmerte sich um gesundheitliche Aspekte.
Leider erkrankte Felix Dima im Sommer und musste vorzeitig
nach Kuba zurückkehren.
Felix Dima kam am 14. Mai nach Deutschland und blieb bis
24. Juni 2001.
Ein weiteres Projekt war die Unterstützung eines kulturellen
Abends im türkischen Arkadastheater am 15. Mai 2001.
Dieser diente dazu, vielen verschiedenen internationalen Künstlern
aus dem Raum Köln einen Rahmen zu bieten, damit profesionelle
Veranstalter ihr Programm kennenlernen können.
Das Arkadas-Theater stellte seine Räumlichkeiten und
Technik umsonst zur Verfügung.
Mitglieder des Vereines Aylua übernahmen die Organisation,
weitere Partner aus Köln unterstützten das Projekt
mit Wein (Elsas Weinhaus) und Fingerfood (Doris Karthaus Partyservice
und Catering). Folgende Künstler traten auf:
Putzfrauen Kabarett, Felix Dima, Nikhil, Raices Cubanas, Havana
Open, Peppe, Mayo Velvo, Camaleo.
2002
In diesem Jahr beschlossen die Mitglieder von Aylúa
e.V. sich der Kultur des europäischen Ostens zuzuwenden.
Mitglieder des Vereins (Lale Konuk, Cem Türkantos, Annette
Meisl) wurden eingeladen, am Int. Theaterfestival in Sibiu/Transilvanien
/Rumänien teilzunehmen. Dort entdeckten die Mitglieder
von Aylua die oldawische Brassband Fanfara din Cozmesti, die
sie in Zusammenarbeit mit La Gala nach Deutschland einluden.
Vom 11.-14.Juli 2002 spielten die Künstler beim Donaufestival
in Ulm, wo sie die Gelegenheit hatten, mit vielen anderen
Künstler aus den Donauanrainerstatten und deutschen Künstlern
ins Gespräch zu kommen.
Die Gruppe wurde zum Kulturaustausch eingeladen, als die
Zeche Zollverein in Essen zum Kulturwelterbe der Menschheit
erklärt wurde. Ausserdem nahmen sie an dem Projekt „Nacht
der Industriekultur“ teil. Mitglieder von Aylua begleiteten
das Projekt.
Im Oktober kooperierte der Verein Aylua mit dem Verein Ethnoart
in Essen, der Migrantenkultur in NRW im Bereich Weltmusik
fördert. Mitglieder von Aylua halfen mit, einen Showcase
mit Künstlern aus NRW zu organisieren, der am Vorabend
der WOMEX, der grössten Weltmusikmesse der Welt, in Essen
im Prüfstand stattfand.
Auszubildende des Weiterbildungsinstituts EPS Bonn halfen
zusammen mit den Mitgliedern von Aylua, den Abend zu gestalten
und zu organisieren.
Die Veranstaltung am 23. Oktober war ein grosser Erfolg.
SANDIMAY
Ein orientalisches Strassentheaterprojekt aus der Türkei
Unterstützt durch den Kölner Verein AYLUA e.V.

Bericht über eine aussergewöhnliche Strassentheaterproduktion
in der Türkei.
1.Teil: Casting und Kreation des Stückes in Istanbul
und Bodrum
Bodrum, den 2.Januar 1997
Verfasserin: Annette Meisl
In der Nähe von Bodrum - einem kleinen Fischerdorf an
der ägäischen Küste - liegt ein verlassenes
Dorf in den Bergen. Nur noch ein alter Mann lebt dort - Osmanbey
- er ist um die siebzig und hat als einziger der Dorfgemeinschaft
vor 30 Jahren entschieden, auf dem Berg zu bleiben und sein
kleines Steinhaus dem Luxus des neuen Dorfes unten am Meer,
mit Strom, fliessendem Wasser, Telefon und Kanalisation vorzuziehen.
Ausser Osmanbey kann man zwischen den verfallenen Häusern
auch Schäfer treffen, die plötzlich vor einem auftauchen,
wenn man, mit nach unten gewandten Blick um auf den holprigen
Steinpfaden nicht zu stolpern, durch die Stille wandert.
"Sandima" heißt das Dorf und das bedeutet
im Bodrumer Dialekt "ich glaube, ich meine, meiner Meinung
nach.....". In Sandima gibt es eine alte Schule - früher
eine der beiden einzigen Schulen auf der gesamten Bodrumer
Halbinsel, zu der die Kinder zu Fuß kamen, manchmal
über eine Stunde von zuhause. Die Schule hat ein rotes
Backsteindach, eine breite Treppe auf der altes Laub und verdörrte
Piniennadeln liegen, einen Holzboden, drei grosse Klassenzimmer
in denen jeweils zwei Klassen gleichzeitig unterrichtet wurden
und grosse Fenster, deren Scheiben schon vor Jahrzehnten herausgefallen
sind und die den Blick freigeben auf die Bucht von Yalikavak
- dem neuen Dorf - das intensive Blau der türkischen
Ägäis , die Masten der Holzboote im Hafen und die
Minarette der Moscheen.
Im Dezember 1996, zur einzigen Jahreszeit in der es in der
Türkei regnet ohne Unterlaß, die Strassen sich
in Schlammpfade verwandeln und die Häuser klamm werden
vor Feuchtigkeit, tauchten im verlassenen Dorf von Sandima
eine Gruppe von 13 jungen Leuten auf. Sie kamen jeden Tag
den weiten Weg von Bodrum her, zuerst eine halbe Stunde mit
dem Dolmus - dem türkischen Sammeltaxi - dann eine halbe
Stunde zufuß den Berg hinauf, beladen mit Instrumenten,
Requisiten und Mandarinen. Die Dorfbewohner waren sehr erstaunt.
Die Polizei fragte nach dem Hintergrund des Unternehmens.
Die Schäfer kamen an der Schule vorbei um einen Blick
hineinzuwerfen. Am Sonntag unternahmen einige Familien ihren
Sonntagsspaziergang auf den Berg, um die seltsamen Gäste
zu besuchen.
Die jungen Leute waren aus Istanbul hierhergekommen, um ein
Strassentheaterstück einzustudieren.
Auf dem Berg machten sie Musik, improvisierten über Märkte,
Kämpfe, Karawanen, um unter der Anleitung des spanischen
Regisseurs Quique Alcántara und der Kostümbildnerin
und Theaterdesignerin Lola Coll eine Strassenparade zum Thema
Seidenstrasse zu kreieren.
Zur Vorgeschichte
Brasilien Juni 1996
Cem Türkantos, türkischer Fotograf aus Istanbul
und Annette Meisl, Managerin für Musik- und Theatergruppen,
beide Inhaber der Künstleragentur LA GALA aus Köln
und Vorstandsmitglieder des interkulturellen Verens AYLUA
e.V. und die Gruppe CAMALEÓ/ ARTRISTRAS präsentieren
das Stück MEDUSA auf dem FESTIVAL DE LONDRINA in Südbrasilien.
Zwei Wochen Theater aus der ganzen Welt - aber keine einzige
türkische Gruppe ist vertreten. Cem Türkantos, der
als Fotograf Künstler auf internationalen Festivals porträtiert,
schlägt vor, in der Türkei eine Gruppe zu gründen,
die die vielfältige Kultur des Landes reflektiert und
in Form einer Strassenparade einem internationalen Publikum
bekannt machen soll.
Das Thema: die Seidenstrasse, als Symbol für eine jahrtausendealte
Ost-West - Verbindung, die in Vergessenheit zu geraten scheint.
Türkei September 1996
Das La Gala-Team fährt mit einem alten VW-Bus, einem
Computer und Software für das Internet an Bord, in die
Türkei und schlägt seine "Zelte" in Bodrum,
Südtürkei auf. Die Internetverbindung ist rasch
installiert und was alle begeistert: die neue Technik erlaubt
es, von jedem auch noch so entfernten Platz in der Welt die
perfekte Kommunikation zu schaffen.
Zwei Monate der Vorbereitung folgen: Kontakte zu Künstlern,
Veranstaltern und Journalisten werden geknüpft.
Die Produktion
Istanbul Dezember 1996
Lola Coll und Quique Alcántara von ARTRISTRAS, sowie
Cem Türkantos und Annette Meisl von LA GALA treffen in
Istanbul ein, um die ersten Schritte der Produktion einzuleiten.
Zwei Tage Casting sind geplant, dann soll die neue Gruppe
nach Bodrum fahren, um dort in "Klausur" zu gehen.
Das Casting gestaltet sich schwieriger als erwartet. Viele
theaterunerfahrene Jugendliche stellen sich vor, die einfach
nur eine Arbeit suchen. Andere, mit Erfahrung im Bereich Tanz
und Theater träumen von einer grossen Karriere beim Fernsehen
und kommen nach der ersten Probe nicht wieder.
Die meisten jungen Künstler sind sehr mißtrauisch
und können sich nicht vorstellen, daß dieses Projekt
tatsächlich funktionieren wird. Kaum einer kann sich
unter dem Begriff "Strassentheater" etwas vorstellen.
Das Produktionsteam muß die Abreise nach Bodrum verschieben.
Parallel zum sehr zeitaufwendigen Casting begeben sich die
Produzenten auf Recherche.
Museen, Büchereien, Musikclubs, Moscheen, Märkte,
Friedhöfe stehen auf dem Programm.
Istanbul ist eine gigantisch grosse Stadt. Man kann 200 km
fahren ohne daß das Häusermeer endet.
Jede Unternehmung wird zur Odysee. Das Team wohnt auf der
asiatischen Seite, der Fitneßclub in dem das Casting
stattfindet befindet sich auf der europäischen Seite.
Stundenlange Reisen jeden Tag: mit dem Dolmus, dem Schiff,
dem Taxi, zu Fuß .... Nur zwei Brücken verbinden
die beiden Ufer des Bosphorus und alle Autos dieser 15 Millionen
Metropole überqueren die Brücke um von der Arbeit
zur Wohnung oder umgekehrt zu gelangen. Endlose Staus sind
die Folge. Zwischen den Auspuffgasen verkaufen Strassenkinder
Sesamkringel und rote Rosen an die Feierabendheimkehrer.
Nach dem der Abfahrtstermin nach Bodrum um 5 Tage überschritten
ist, und keine ausreichende Anzahl von talentierten jungen
Künstlern in Aussicht steht, überlegt das Team ernsthaft,
die Produktion zu canceln. Eine Nachtlang wird diskutiert.
Es ist Freitag, der 13.
Am Wochenende fährt das Team auf die Prinzeninseln,
eine halbe Stunde mit dem "Vapur", dem traditionellen
Bosphorusdampfer, bei grauen Wolken, begleitet von kreischenden
Seemöwen ein Glas Tee in der Hand - und dann betreten
sie eine andere Welt.
Auf den Prinzeninseln, die traditionell von den in der Türkei
lebendenen ethnischen Minderheiten bewohnt wurden, sind Autos
verboten. Das offizielle Transportmittel sind Pferdekutschen.
Die Kutscher sehen aus wie verwegene Piraten. Der kalte Wind
pfeift durch die Strassen, die schönen weißen Holzhäuser,
die meist nur als Sommerresidenzen dienen, liegen verlassen.
Die Gruppe besucht eine griechisch-orthodoxe Kapelle auf
dem Hügel der Insel, sie liegt windumtobt im Marmarameer.
Der Weg ist gesäumt von "Wunschbäumen"
- bunte Stofffetzen, machmal auch Plastikstreifen sind hier
von Menschen an die Bäume geknüpft worden, in der
Hoffnung, daß die mit dieser Hoffnung verbundenen Wünsche
in Erfüllung gehen.
Die Kapelle ist geschlossen, wird gerade renoviert. Die jungen
Restaurateure lassen uns aber trotzdem hinein und erklären
uns ihre Arbeit. Die Ikonen sind von einer dicken schwarzen
Rußschicht verdeckt. Das Gebäude nebenan ist vor
kurzem abgebrannt. Die Istanbuler sagen dieser kleinen Kapelle
besondere Kräfte nach. Wir stellen eine Kerze auf und
wünschen alle dasselbe....
Einen Tag später wieder Casting. Wir haben diesen Tag
zur Deadline erklärt. Wenn heute nichts passiert, packen
wir unsere Koffer und fahren in "Urlaub".
Als wir im Fitneßclub ankommen ist alles voller Leute.
Das Casting dauert von morgens bis abends.
Am nächsten Tag haben wir die Gruppe zusammen:
Acht motivierte und talentierte junge Künstler - Tänzer,
Musiker und Schauspieler stehen am 18.Dezember mit ihren Reisetaschen
am Istanbuler Flughafen.
ISTANBUL AIRLINES - unser einziger grosser Sponsor - fliegt
uns in den Süden.....
Bodrum, Dezember 1996
Es ist schwierig, eine Produktion ohne finanzielle Unterstützung
durchzuführen. Nachdem wir ca. 20 potentielle Sponsoren
in Istanbul aufgesucht haben und alle ihr Wohlwollen und ihre
Begeisterung ausgedrückt haben, müssen wir mit leeren
Händen fahren. Gottseidank hat uns die engagierte Managerin
des Kölner ISTANBUL AIRLINES -Büros - Nuran Biraslan
- die Unterstützung dieser Fluggesellschaft ermöglicht
und uns somit einen der größten Kostenpunkte -
die vielen Reisen zwischen Spanien, Deutschland und der Türkei
von den Schultern genommen.
Mit Freude erfahren wir, daß uns immer mehr kleine Firmen
unterstützen, die Produktion durchzuführen, und
innerhalb ihres Rahmens als Sponsor fungieren.
Turk.Nokta.Net in Istanbul sponsert uns mit ihrem Internet-Service,
der World-Class-Fitness-Club in Istanbul stellt uns seine
Räumlichkeiten zur Verfügung und in Bodrum sind
wir eine Woche lang die Gäste der Yachting-Agentur Arya-Yachting
auf deren wunderschönen Holzboot "Gloria".
Aber auch unsere Freunde unterstützen uns wo sie nur
können. Ohne unseren Freund Haluk Pehlivan wären
wir schon längst verzweifelt: ob er uns hunderte von
Kilometern durch Istanbul chauffiert oder uns seine Wohnungen
und Häuser in Bodrum und Istanbul zur Verfügung
stellt: er ist unser Schutzengel geworden.
Mit im Gepäck: stapelweise Bücher auf Deutsch,
Türkisch, Spanisch und Englisch, die wir teilweise in
Spanien und Deutschland, grösstenteils jedoch in der
Türkei für unser Projekt erworben haben.
Die Themen: Osmanische Miniaturen, Schamanismus, Karagöz-Schattentheater,
die Geschichte Istanbuls, türkische Volksmusik, Mythen,
Legenden und Märchen, der Topkapi-Palast, die Welt des
Harems, alte Kaffehäuser in Istanbul etc.
Unsere Arbeit beginnt mit einer gemeinsamen Recherche. Alle
Künstler wählen ein Thema aus, das sie in den nächsten
zwei Wochen bearbeiten und für die anderen aufbereiten.
Aus diesem Material spinnen wir unsere Geschichte.
Die thematische Arbeit ist nicht nur für die Ausländer
aus Spanien und Deutschland in der Gruppe ein Abenteuer. Auch
für die türkischen Schauspieler sind viele der Themen
eine Neuentdeckung. Beim gemeinsamen Gespräch entdecken
wir die interessantesten Parallelen und Gemeinsamkeiten und
Querverbindungen. Beim Proben im verlassenen Dorf Sandima
entdecken wir daß wir uns in einem Märchen befinden....
Am schwierigsten ist die Kommunikation in der Gruppe, sechs
Sprachen werden gleichzeitig benutzt: türkisch, spanisch,
katalanisch, englisch, französisch und deutsch. Um die
Kommunikation zwischen Türken und Ausländern zu
ermöglichen, wählen wir anfangs Französisch:
einer der Schauspieler spricht es ein wenig. Zusammen mit
dem gebrochenen Französisch der Spanier erhalten wir
als Resultat jedoch nur Mißverständnisse. Schließlich
finden wir einen Weg: die Spanier sprechen Spanisch, dieses
übersetze ich auf Englisch und zwei der Schauspieler,
die hervorragend Englisch sprechen, wechseln sich mit der
Übersetzung ins Türkische ab. Für die meisten
der Teilnehmer ist dies eine mühselige Konzentrationsübung.
Jede Kleinigkeit, jede Frage, jede Antwort muß dreimal
wiederholt werden. Nur mit absoluter Diskussionsdisziplin
ist es möglich die Gesprächsrunden durchzuführen.
Nach zwei Wochen steht der Kern des Stückes. Leitmotiv
der Parade ist ein aussergewöhnlich wertvolles, schönes
und einmaliges Element: KIRMIZI IPEK - DIE ROTE SEIDE.
Nach zwei Wochen findet die Gruppe ihren Namen:
Das verlassene Dorf "Sandima" - das die Gruppe bei
den Proben inspiriert hat und der Mond - "ay", der
jeden Abend, wenn wir über den felsigen Pfad zum neuen
Dorf heruntergingen, um nach Bodrum zurückzufahren, über
den Bergen aufging verbanden sich zu "Sandimay"
was etwas soviel bedeutet wie "ich dachte es sei der
Mond...".
An Silvester 1996/97 genau um Mitternacht haben wir diesen
Namen aus der Taufe gehoben.
FELIX DIMA CUARTETO

Sones y Guarachas del Oriente de Cuba
Hinter vorgehaltener Hand flüstern die Fans in Santiago
de Cuba seinen Spitznamen: „Compay Tercero“. Der
sympathische 70-jährige mit dem gewinnenden Lachen erobert
sein Publikum im Sturm. Ob er die Geschichte des kaputten
Radios erzählt, das der Witwe Filomera gehört und
seit dem Tod ihres Mannes nicht mehr gespielt wurde, oder
die Ballade von einer überdimensionalen Gurke, die mit
allerlei Augenzwinkern das Publikum in der „Casa de
la Trova“ zu wahren Lachsalven hinreißt - selbst
die Touristen, die den Wortspielen nicht folgen können,
werden angesteckt, wippen mit den Füßen den Rhythmus
mit und lachen alleine schon, wenn sie Felix’ verschmitztes
Gesicht sehen.
Der Sänger und Troubadour mit über 40-jähriger
Karriere ist einer der originellsten Vertreter der traditionellen
kubanischen Musik im „Oriente“ (Osten) der Insel
und hier ganz besonders in Santiago de Cuba, aus deren kulturellem
Leben er nicht wegzudenken ist.
Der türkische Fotograf und Produzent Cem Türkantos
und die deutsche Künstlermanagerin Annette Meisl vom
Verein Aylua e.V. entdeckten den aussergewöhnlichen Sänger
für die weltweite Gemeinde der Weltmusik- und Kubafans
wenige Tage vor Ende des vergangenen Jahrtausends, an einem
Tag an dem die Erde bebte in Santiago de Cuba und die Rumgläser
in den Regalen klapperten.
Auf die Frage nach seinem nächsten Auftrittstermin griff
Felix nach seiner Gitarre.
Sechs Monate später kam er in Europa an. Zusammen mit
dem Gitarristen José Angel García, dem Perkussionisten
Eduardo Calzado und dem Maracasspieler „Gato“
Agustín Suárez, Kousin der berühmten Sängerin
Omara Portuondo, schütteten sie für ihre Ahnen einen
Schluck Havana-Club Rum auf den Boden des Kölner Flughafens.
Im Mai 2000 begann Felix Dima’s zweite Karriere: mit
poetischer Inspiration, kubanischem Humor und mitreissendem
Rhythmusgefühl auf den Bühnen der Welt.
Viva Cuba!
»Kubanische Musik ist klingender Rum, mit den Ohren
zu trinken. Der Son
spiegelt die kubanische Seele wieder; er ist die Verschmelzung
von Europa und
Afrika in Kuba.«
Nicolás Guillén (Kubanischer Nationaldichter)
GYPSY BRASS
Aus Rumänien
FANFARA DIN COZMESTI
Ihre Tempi sind atemberaubend schnell, ihre Instrumente zerbeult
und heiß geliebt und ihre Musik geht in die Beine: die
13-köpfige rumänische Zigeuner-Blaskapelle aus Iasi
sorgt in ihrer Heimat für passende Klänge bei Geburten,
Hochzeiten und Begräbnissen, und manch verzweifelter
Liebhaber engagiert sie sogar, um unter dem Fenster der Angebeteten
ein Ständchen zu bringen.
Die vielschichtigen Rhythmen und Harmonien traditioneller
rumänischer Tänze intonieren Sie mit einer Perfektion,
die beeindruckt. Fanfara din Cozmesti steht ganz in der Tradition
der Gypsy Brass Musik, die sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts
– noch zu Zeiten der Ottomanen - aus türkischen
Militärblaskapellen entwickelte. Fanfara din Cozmesti
ist eine der bekanntesten Zigeunerblaskapellen aus dem moldawischen
Teil Rumäniens, der nordöstlich der Karpaten liegt
und an die Ukraine grenzt. Die Gruppe besteht aus dreizehn
Musikern, die großteils miteinander verwandt sind. Sie
spielen traditionelle rumänische Musik, die über
viele Generationen überliefert wurde.
Im Sommer 2002 wurde die Gruppe zur offiziellen Vertreterin
der Brass Musik ihrer Heimat – der Region Iasi - ernannt.
Fanfara din Cozmesti spielte beim Konzert von EMIR KUSTURICA
im Frühsommer 2001 mit seiner „No Smoking Band“
vor über 20 000 Menschen in Bukarest.
Dort wurde die aussergewöhnliche Gruppe von La Gala und
Aylua e.V. entdeckt. Es folgte eine Einladung zum Int. Theaterfestival
nach Sibiu, und schließlich die erste Tournee durch
Deutschland und Belgien im Sommer 2002. Ihre erste CD wurde
durch das rumänische Label ARC veröffentlicht
Internationales Friedensfest

Palästinenser und Israelis musizieren gemeinsam für
den Frieden
Internationales Friedensfest
Musik, Tanz, Performances, Bazar, Gespräche, Kinderprogramm
für einen gerechten Frieden im Nahen Osten und in der
ganzen Welt
Köln-Nippes, 5. Juli 2003
Altenberger Hof, Mauenheimerstr. 92 14:00 –
ca. 03:00 Uhr
Eintritt frei
In Nahost entscheidet sich mehr als die Zukunft zweier Völker.
Wenn hier Friede gelingt, dann wird etwas Neues für die
Menschheit gelungen sein. Denn in diesem Krieg offenbart sich
ein Konfliktpotential der ganzen Menschheit. Ein Friede in
Nahost hätte deshalb nicht nur regionale,
sondern globale Bedeutung.
Das Internationale Friedensfest am Samstag, den 5.7.2003 im
Altenberger Hof in Köln-Nippes bildet den krönenden
Abschluß einer Konzertreihe des israelischen Musikers
und Friedenskämpfers Yair Dalal. Durch die tatkräftige
Unterstützung des Vereins Städtepartnerschaft Köln-Bethlehem,
des Vereins Aylua, des Zentrums Altenberger Hof, der Veranstaltungsagentur
LaGala, des WDR-Senders „Funkhaus Europa“, der
Reisebank sowie engagierter KünstlerInnen und BürgerInnen
aus Köln und Umgebung ist ein abwechslungsreiches, buntes
wie internationales Kulturfest entstanden, das von 14:00 bis
ca. 03:00 Uhr dauern wird. Zum Auftakt gibt es eine künstlerische
Friedens-Parade durch den Stadtteil Nippes zum Altenberger
Hof, an dem sich auch Schüler und Schülerinnen verschiedener
Kölner Schulen beteiligen. Mit Masken, Großfiguren
und Stelzenfiguren der Kölner Straßentheatergruppe
PanTao und der Essener Gruppe Camouflage wird der Umzug zu
einem attraktiven Auftakt. Im Innenhof des Zentrums gibt es
einen Bazar mit kulinarischen Leckerbissen, Verkaufsstände
mit Kunsthandwerk, Informationsstände, Tanz, Musik und
Straßenperformances und ein Programm für Kinder.
Der Höhepunkt des Friedensfestes ist das Konzert ab
20:00 Uhr.
Im ersten Teil spielen Yair Dalal (Geige, Oud, Gesang) und
Avi Agababa (Perkussion) aus Israel. Im zweiten Teil gibt
es eine „Hafla“ (Session, Feier), bei der drei
Musiker aus Palästina und special guests aus Köln
und anderen Städten NRWs zugegen sein werden. Zugesagt
haben bereits der Kölner Liedermacher Rolli Brings, der
rumänische Geiger Florentin Chiran, die türkischen
Musiker Ertugrul Coruk, Saxofon, Ahmet Bektas, Oud und Mehmet
Ipek, Gesang sowie der irakische Keyboarder Saad Thamir.
Mitgeschnitten wird das Konzert vom Funkhaus Europa (WDR 5).
Die Moderation des Abends hat Heinrich Pachl.
Anschließend World Beat Party. Der Eintritt ist frei,
eine Spende ist erwünscht.
Das Friedenskonzert - Yair Dalal, Avi Agbaba &
palästinensische Musiker
Yair Dalal ist einer der wichtigsten musikalischen Friedenskämpfer
Israels. Geboren 1955 im Irak, aufgewachsen in Israel, verbindet
er seit vielen Jahren in seinem Gesang, seinem Violinen- und
Oud-Spiel, die Einflüsse dieser beiden Kulturen und ihrer
traditionellen musikalischen Stile, der arabischen und der
jüdischen. Er hat 7 Alben veröffentlicht mit musikalischen
Einflüssen aus Jazz, Rock, Blues und Arabic Folk und
Klassik.
Yair Dalal ist eine wichtige Persönlichkeit in der Weltmusik
und der Friedensbewegung im Nahen Osten. Er war involviert
in die Nahostkonferenz in Oslo unter Vermittlung von Olof
Palme. Er initiierte das "Shalom-Salaam"-Konzert
anläßlich des Jahrestages der Nahost-Friedenskonferenz
1994, das Lied „Zaman al shalom“ wurde von Yair
Dalal und seinen Musikern, einem Chor aus 50 palästinensischen
und 50 israelischen Kindern unter der Leitung von Zubin Metha
aufgeführt.
Auf der neuesten CD "Asmar" widmet er sich, neben
Eigenkompositionen, den alten, fast antiken Formen der irakischen
und persischen Musik und Poesie. In seinen Improvisationen
hält er sich an die traditionellen Strukturen und Instrumentierungen,
entwickelt dabei aber eine ganz eigene Dynamik.
Der Musiker, der ihn auf der Friedenstournee begleitet, Avi
Agababa ist - wie die meisten von Dalas Musikern - Israeli,
der aber seine ethnischen Wurzeln in arabischen Ländern
hat, wie Yair Dalal selbst. So ist eine sehr persönliche
Einspielung entstanden, die schon aufgrund ihrer eigenwilligen
Improvisationen und der textlichen Auswahl mehr ist, als nur
eine Hommage an die Musiktradition Persiens und des Iraks
oder der Versuch, dem westlichen Hörer ein Gefühl
für die ferne arabische Welt zu vermitteln.
Yair Dalal steht für die Verbindung von jüdischer
und arabischer, orientalischer und westlicher - moderner und
traditioneller - Musik; auf Grund seiner eigenen Sozialisation
fungiert er in Israel als Bindeglied zwischen den Kulturen.
Yair Dalal wurde für den 2003-Award BBC Radio-3 for World
Music nominiert.
Hafla
ist das arabische Wort für „Feier“. Es ist
der zweite Teil des Konzertes, bei dem die palästinensischen
Musiker zusammen mit Yair und Avi improvisieren. Hafla! ist
ein israelisch-palästinensisch-musikalisches "Gespräch",
eine traditionelle "Session" aller Musiker, unterbrochen
von kurz eingestreuten Äußerungen, Wünschen
und Statements. Interaktion mit dem Publikum - mitsingen,
-tanzen, -klatschen - ist traditionell erwünscht, hier
freuen wir uns auch über musikalische Gäste aus
Köln und anderswo! (In Zürich wird Konstantin Wecker
dabei sein, in der Musikburg Sternberg heißt der Gast
Nikolai de Treskow).
Die Moderation des Abends hat der für seine scharfe
Zunge bekannte Kabarettist Heinrich Pachl übernommen.
Das Konzert wird von FUNKHAUS EUROPA aufgezeichnet und präsentiert.
Zeit- und Ablaufplan Internationales Friedensfest
Samstag, 5.7. 2003 / Altenberger Hof, Köln-Nippes
14:00 Uhr
Bunte Friedens-Kultur-Parade
vom Bürgerzentrum Turmstraße zum Altenberger Hof
(bis ca. 14:20 Uhr)
teilnehmende Gruppen: Porto de Minas (Capoeira), Nikhil (Stelzenläufer),
Figurenspektakel „PanTao“, Camouflage Roadshow
(Phönix und Ikarus), Maracatu Nacao Colonia (Sambagruppe),
eventuell Schülergruppen mit Kostümen von LaGala,
afrikanische Trommelgruppe, türkische Folkloregruppe
des alevitischen Kulturzentrums Köln, palästinensische
Trachtengruppe, eventuell weitere Sambagruppe
14:00 bis 20:00 Uhr
Bazar und Kulturprogramm (im Innenhof)
mit Shakti Daiko (japan. Taiko-Trommel-Performance), Maracatu
Nacao Colonia (Samba Trommel Formation), Porto de Minas (Capoeira
Tanz und Musik), Menschensinfonieorchester (Crossover), Camouflage
Roadshow ("Phoenix & Ikarus", Straßenperformance),
Eierplätzchenband (kubanische Salsa), Figurenspektakel
PanTao (Straßenperformance), Magic Street Voices (engl.
Singer/ Songwriter), Nikhil (Stelzenläufer), Lagash (irakischer
Ethno-Jazz), palästinensischer Tanzgruppe Al-Quds,
Arkadas-Theater (Erzählzelt für Kinder), türkischer
Folkloregruppe des alevitischen Kulturzentrums Köln,
Fahrendem Spielplatz (Altenberger Hof)
20:00 bis 03:00 Uhr
Konzert und Disco (im Saal) – Spende von mind. 3 Euro
erbeten
Yair Dalal (Geige, Oud, Gesang) & Avi Agababa (Perkussion)
aus Israel und Musikern aus Palästina sowie Gästen
aus Köln und der Umgebung:
Victor (Gitarre), Elias (Keyb.), Rania (Gesang) aus Palästina,
Ahmet Bektas (Oud/ Türkei), Ertugrul Coruk (Flöte,
Saxophon/ Türkei), Florentin Chiran (Geige/ Rumänien),
Saad Thamir (Keyb./ Irak), Mehmet Ipek (Gesang/ Türkei),
Rolli Brings (Gitarre, Gesang/ Köln)
Moderation: Heinrich Pachl
Das Konzert wird von Funkhaus Europa mitgeschnitten.
ab ca. 23:00 Uhr World Beat Party mit DJ Ali T.
Ablaufplan Bühnenprogramm
im Innenhof Moderation: - noch offen -
14:00 – 14:20 Uhr Bühne: Musik I / japan. Taiko-Trommel-Performance
14:20 – 15:20 Uhr Platz im Innenhof/ebenerdig: Performance
I / Session mit Maracatu Nacao Colonia (Sambatrommel) und
Taiko-Trommlern, anschl. Capoeira- Demonstration der Gruppe
Porto de Minas
15:20 – 16:10 Uhr Bühne: Musik II / Menschensinfonieorchester
(Crossover) mit Präsentation Friedensidee (Steine-Aktion)
durch Ketan vorweg (ca. 10 Min.)
16:10 – 16:30 Uhr Platz im Innenhof/ebenerdig: Performance
II / Camouflage Roadshow
„Phönix & Ikarus“
16:30 – 17:00 Uhr Platz im Innenhof/ebenerdig: Performance
III/ türkische Folkloregruppe des alevitischen Kulturzentrums
Köln (Tanz)
17:00 – 17:50 Uhr Bühne: Musik III / Eierplätzchenband
(kubanische Salsa)
17:50 – 18:10 Uhr Platz im Innenhof/ebenerdig: Performance
IV / Figurenspektakel PanTao
18:10 – 18:50 Uhr Bühne: Musik IV / Magic Street
Voices (engl. Singer-/Songwriting)
18:50 – 19:20 Uhr Platz im Innenhof/ebenerdig: Performance
V / palästinensische Tanzgruppe Al-Quds (Tanz)
19:20 – 20:00 Uhr Bühne: Musik V / Lagash –
irakischer Ethno-Jazz
im Saal Moderation: Heinrich Pachl
20:00 – 20:45 Uhr Konzert mit Yair Dalal (Geige, Oud,
Gesang) + Avi Agababa (Perkussion) - anschl. 15 Min. Pause
–
21:00 – 23:00 Uhr Hafla (Session/Feier) mit diversen
MusikerInnen (siehe oben)
ab ca. 23:00 –
ca. 03:00 Uhr World Beat Party mit DJ Ali T.
Liste der beteiligten KünstlerInnen und Gruppen
(1) Ahmet Bektas (Türkei) Oud
(2) Alevitisches Kulturzentrum Köln Türkische Folkloregruppe
(3) Al-Quds (Palästina) palästinensische Tanzgruppe
(4) Arkadas-Theater (Türkei) Erzählzelt für
Kinder
(5) Avi Agababa (Israel) Perkussion
(6) Camouflage Roadshow Straßenperformance „Phönix
& Ikarus“
(7) Eierplätzchenband kubanische Salsa
(8) Elias (Palästina) E-Piano
(9) Ertugrul Coruk (Türkei) Saxophon, Flöte
(10) Florentin Chiran (Rumänien) Geige
(11) Heinrich Pachl Kabarettist / Moderation
(12) Lagash (Irak) Ethno-Pop
(13) Magic Street Voices Singer/Songwriter
(14) Maracatu Nacao Colonia Samba Trommel Formation
(15) Mehmet Ipek (Türkei) Gesang
(16) Menschensinfonieorchester Crossover
(17) Nikhil (Brasilien) Stelzenläufer
(18) Palästinensiche Trachtengruppe Tanz
(19) PanTao Figurenspektakel Straßenperformance
(20) Porto de Minas (Brasilien) Capoeira Tanz und Musik
(21) Ranja (Palästina) Gesang
(22) Rolli Brings Liedermacher
(23) Saad Thamir (Irak) Keyboard
(24) Shakti Daiko japan. Taiko-Trommel-Gruppe
(25) Victor (Palästina) Gitarre
(26) Yair Dalal (Israel) Oud, Geige, Gesang
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